„Wackelige Bilanz“: FDP Bad Soden warnt vor finanzieller Schieflage

Bad Soden, 25. Februar 2026 – Auf Einladung der Freien Demokraten Bad Soden referierte Alexander Noll am Mittwochabend vor rund 30 interessierten Bürgern und Parteimitgliedern über die prekäre Haushaltslage der Stadt. Die Analyse des Experten zeichnete ein Bild, das trotz eines nominell ausgeglichenen Haushalts wenig Raum für Optimismus lässt.
Expertise trifft auf harte Zahlen
Mit Alexander Noll hatten sich die Liberalen geballte Fachkompetenz ins Haus geholt. Als ehemaliger wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion und Dozent für Ökonomie an der Hessischen Hochschule für Finanzen und Verwaltung (HfPV) blickte Noll tief in die Zahlenwerke der Stadt. Sein Fazit: Die Stabilität des Haushalts steht auf tönernen Füßen.
Ein „Überschuss“ ohne Puffer
Zwar weist der Haushalt für das Fiskaljahr 2026 einen rechnerischen Überschuss von rund 70.000 Euro aus, doch bei einem Gesamtvolumen von 70 Millionen Euro ist dieser Puffer laut Noll verschwindend gering. Kleinste Abweichungen könnten das Ergebnis sofort ins Minus drehen.
Die Kernprobleme der Stadtfinanzen:
Schuldenlast: Ein Berg von 80 Millionen Euro drückt auf die Handlungsfähigkeit der Stadt.
Fehlende Tilgung: Für die kommenden Jahren werden laut Planung keine erkennbaren Anstrengungen vorgenommen, diesen Schuldenberg konsequent abzutragen
Kostenexplosionen: Neben den fast verdoppelten Kosten für den Neubau der Feuerwehr wird künftig auch das Projekt „Medico Palais“ die Kasse massiv belasten.
Liquiditätsengpass: Die Barbestände sind nahezu aufgebraucht, während eine Besserung der Einnahmesituation nicht absehbar ist.
Kritik an mangelndem Sparwillen
Besonders kritisch bewerteten die Freien Demokraten die nicht ausreichende Dynamik im Rathaus. Die Sparanstrengungen gehen nicht weit genug, um unseren Haushalt zukunftsfest aufzustellen. Vorstandsmitglied Stefan Hollidt fand am Ende der Veranstaltung deutliche Worte:
„Dass keine Anstrengungen zur Konsolidierung unternommen werden, ist fatal. Das ist absolut nicht im Sinne der Generationengerechtigkeit. Wir bürden den kommenden Generationen Lasten auf, die deren Spielraum komplett ersticken.“
